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Inhaltsverzeichnis "Cola In der Praxis"

Colanuss und Koffein 07
Droge Nr.1: Koffein 09
Die Wirkung von Koffein 12
Die Wesenskerne von Cola 17

Cola-Kasuistiken
01. Furcht vergiftet zu werden 18
02. Unersättlicher Hunger und Schwäche 41
03. Schwäche (Hypoglykämie) bei einem Kind 51
04. Unruhe und Bulimie 54
05. Hyperaktives Kind mit ADS 57
06. Verhaltensauffälligkeit und ADS 61
07. Markus will nachts singen und spielen 69
08. Selbstüberschätzung 75
09. Kopfschmerzen und Unruhe 83
10. Unruhe und Kummer 85
11. Unruhe und Herzrasen 89
12. Angstträume und Migräne 96
13. Alpträume 102
14. Migräne 106
15. Unruhe und schlechtes Gewissen 111
16. Kopfschmerz mit Benommenheit 115
17. Selbstentfremdung (Fall von Karl-Josef Müller) 119

Fall-Episoden (Cola als Interventionsmittel)
01. Hypertonie und Unruhe 141
02. Hypertonie 143
03. Suchtessen 144
04. Jonas will nachts spielen 146
05. Zuckerallergie und ADS 147
06. ADS und Enuresis 150

Arzneimitteldifferenzierungen 157
Nux-v./Nat-m./Stram./Musca/Carc./Lyc./Coff.
Anhang
Informationen zu ADS und Hyperaktivität 166

Literatur und Bezugsquellen 179


Leseprobe
Arzneimitteldifferenzierungen

3. Cola/Stramonium
Stramonium ist ein Mittel, dass bei hyperaktiven Kindern immer zu beachten ist. Ein wichtiger Punkt bei Stram. ist die Gewalttätigkeit. Diese zeigt das Kind oft in kaum einfühlbaren Gewalttaten gegen Geschwister oder Spielkameraden. Man erfährt, dass der Patient dem Spielkameraden ohne ersichtlichen Grund einen großen Stein auf den Kopf geschlagen hat, oder dass der kleine Bruder mit einem Messer oder einem Stock lebensbedrohlich attackiert wurde. Es kann vorkommen, das die Kinder so heftig die Eltern oder Geschwister beißen, das diese laut aufsschreien. Im Gesicht des Kindes sieht man öfter einen Ausdruck, den man als satanisch oder diabolisch bezeichnen könnte. Es ist eine Art von Wildheit im Blick, der unheimlich, furchterregend erscheint. Da ist ein Ausdruck, ein Lächeln, das Böses erwarten läßt und dennoch den Eindruck macht, es ist nicht eigentlich das Kind, das diesen Ausdruck erzeugt, sondern, dass es eine Art der "Besessenheit" ist, die sich hierin zeigt. Cola ist auch ein Mittel, das Kampf liebt. Die Kinder lieben Waffen, Panzer, Powerranger, Raumschiffe und andere "Geräte", die Bedrohung erzeugen können. Sie binden die Waffen in ihr Konzept der eigenen übersteigerten Größenwahrnehmung ein und benutzen sie, um zu bedrohen und ihre Bedeutsamkeit zu zeigen. Sie haben aber nicht den Bezug zur Gewalttätigkeit wie dies Stramonium hat. Der Bezug zu Furcht vor Hunden, Wasser, Dunkelheit oder Spiegeln fehlt bei Cola. Der Bezug zum nächtlichem Erwachen ist bei den Mitteln vorhanden. Stramonium und Cola haben Alpträume unterschiedlichen Inhalts. Stramonium träumt von sehr phantasiereichen Dingen, die sich Erwachsene kaum vorstellen können. Es ist eine extrem gefährliche Traumwelt, in der es für das Kind um das nackte Überleben geht. Bedrohliche Situationen, riesige Ungeheuer und zähnefletschende Bestien bevölkern diese Träume. Das Kind erwacht mit Weinen und Schreien und ist nicht bei sich, nicht in der Realität. Die Mutter kann nicht zu ihm durchdringen, das Kind bleibt wie verhaftet in finsteren Träumen, kann nicht erkennen, dass es im Arm der Mutter sicher ist.

Die Träume von Cola sind auch von Kampf und Ungeheuern bevölkert, aber sie sind emotional differenzierter. Bei Stramonium ist es die nackte Panik, die zum Aufwachen führt. Cola hat auch schöne Träume vom Reisen und Wandern, von Festen und Tänzen, wichtig sind aber die schwermütigen Träume von Einsamkeit, von niemand gekannt zu werden, von Erniedrigung, Schuldgefühlen, Peinlichkeiten und Bloßstellung, Verirrung und Elend. Diese Träume wiederholen sich, was ein wichtiges Element von Cola und Natrium muriaticum ist.


Stramonium-Kinder verstecken oder codieren ihr Verlangen nach Kontakt und Zuwendung durch ungeschicktes, teils unverständliches Verhalten. Es kann vorkommen, dass ein Kind, was den liebevollen Kontakt zu einem fremdem Kind sucht, dieses hinterlistig verletzt oder schlägt, um auf sich aufmerksam zu machen. Es wird regelmäßig durch die Antwort der Ablehnung und Strafe für dieses Verhalten frustriert, kann nicht verstehen, wieso niemand seine Art der Kontaktnahme verstehen, entschlüsseln kann. Cola ist frustriert, weil offenbar so viel Liebe, wie es einfordert, nicht existiert. Niemand kann soviel Liebe geben wie Cola verlangt. Es ist ein "Fass ohne Boden". Je mehr man gibt, desto mehr wird verlangt. Die innere Leere des Kindes, das "sich selbst fühlen", verlangt immer Belohnung und Widerhall von außen.
Cola Kinder sind oft gut gelaunt und freundlich, nehmen Kontakt zum Behandler auf oder sind in ihre Bücher oder Spiele vertieft. Sie wirken etwas zerstreut, hektisch, überdreht und realisieren nicht die Situation der Untersuchung, zu der sie möglichst beitragen sollen. Cola-Kinder können sehr bestimmend und diktatorisch auftreten, sie versuchen oft die Mutter aus dem Sprechzimmer zu ziehen, haben ganz andere Einfälle, als sich befragen zu lassen. Sie fühlen sich oft in Ordnung und verstehen nicht, dass sie zum Doktor müssen oder sollen.

Stramonium-Kinder machen ziemlich bald, wenn sie die anfängliche Scheu abgelegt haben, einen deutlich gestörten Eindruck auf den Behandler. Sie neigen zum grimassieren, stören, widersprechen, sie schlagen und beißen die Eltern, zerstören Praxisgegenstände, tun Geschwistern weh. Sie wollen nicht angesehen oder untersucht werden. Es kann vorkommen, dass sie nicht antworten und stumm bleiben. Man bemerkt oft eine große Ambivalenz der Gefühle zur Mutter, erst schlagen sie zu oder beißen, dann versuchen sie wieder sich anzuschmiegen. Sie reagieren heftig auf Ermahnungen oder scheinbar gar nicht. Oft drohen sie: "Wenn Du das erzählst, dann..."

Der Cola-Erwachsene ist nicht mehr so gut gelaunt. Er ist oft bedrückt und niedergeschlagen. Er zeigt mit seinen Symptomen eine Nähe zu Natrium-muriaticum und Carcinosinum, beides Mittel, die im Leben viel Schreckliches gesehen haben, was eine entsprechende Verstimmung bewirkt

 

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